Ev. - Luth. Gemeinde "Zum Heiligen Kreuz"

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Auf ein Wort

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petrus 1,3) Zu Beginn einer christlichen Bestattung hören wir diesen Bibelvers aus dem 1. Brief des Apostels Petrus. Gibt es einen angemesseneren Ort, den Sieg Jesu über den Tod zu markieren, als gerade an einem offenen Grab? Dennoch: Der Tod ist immer schlimm. Besonders schlimm ist es, wenn wir Kinder zu Grabe tragen, wenn Angehörige, Freunde und die Gemeinde die Eltern begleiten und trösten sollen. Ich muss gestehen, dass mir am Grab eines jungen Menschen diese Worte des Apostels nur schwer über die Lippen kommen wollen. Kann man Gott loben, wenn ein junges Leben zu Ende ist? Die junge Christenheit am Ende des ersten Jahrhunderts bewegten viele Fragen. Sie wurden um ihres Glaubens willen verfolgt, da sie sich weigerten, den Kaiser göttlich zu verehren. Genau so, wie viele Christinnen und Christen heute verfolgt werden. Vielleicht hätten sie gerne Zeichen der Macht Gottes gesehen und sich daran festgehalten. Der Apostel schreibt ihnen deshalb einen Brief und versichert ihnen, dass wir eine lebendige Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten haben. Quasimodogeniti: „wie die neugeborenen Kinder“. So heißt der erste Sonntag nach Ostern. Wodurch wurden die Menschen in Kleinasien damals und wir heute wiedergeboren, neu geboren? Durch die heilige Taufe. Durch sie haben wir ewiges Leben bekommen. Durch sie hat Gott an uns gehandelt. Durch sie wurden wir zu Christusgläubigen und zu Gliedern am Leibe Jesu Christi. Wir werden nicht erst durch die Konfirmation, die in vielen Gemeinden am Sonntag Quasimodogeniti gefeiert wird, vollwertige Christen, denn im Glauben gibt es keine Erwachsenen und keine Kinder. Jesus sagt schließlich nicht: „Wenn ihr nicht werdet wie die Erwachsenen, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen”, sondern er sagt dezidiert das Gegenteil: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht hineinkommen” (Markus 10,13-16). Wir haben nicht die gleichen Probleme wie die Christen der ersten und zweiten Generation, aber auch uns gilt uneingeschränkt das Wort von der lebendigen Hoffnung, denn Christenmenschen sind Himmelsmenschen. Wir stehen zwar mit beiden Beinen im Leben in dieser schönen Welt Gottes, aber unser Blick ist auf den Himmel gerichtet. Wir wissen, dass Gottes Reich nicht von dieser Welt ist. Weil Gott uns zu einer lebendigen Hoffnung neu geboren hat, trotz allem, was um uns kaputt ist, oder wozu wir selber auch beitragen, dass es kaputt ist. Da Gott uns neu geboren hat, leben wir auf die Ewigkeit hin, auf Hoffnung, wie der Apostel sagt. Dieses Hoffen ist kein ungewisses Warten mit offenem Ausgang, sondern wir haben die Hoffnung, die auf Christus gründet, also eine feste Hoffnung. Gott ist ganz nahe bei uns Menschen, egal wo wir gerade stehen. Ob am Grab oder im Leben. Er ist bei denen, die obenauf sind, und bei denen, die ganz unten angekommen sind. Er ist auch bei Trauernden, die um einen lieben Menschen weinen. Schließlich weiß Gott selbst, was es heißt, einen Sohn begraben zu müssen. Aber er hat sich mit seinem Tod nicht abgefunden, sondern hat ihn zum ewigen Leben auferweckt. Damit wir eine lebendige Hoffnung haben auf die Auferstehung von den Toten. Ihr Edmund Hohls
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