Ev. - Luth. Gemeinde "Zum Heiligen Kreuz"

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Auf ein Wort

„Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20) „Jetzt ist Matthäi am Letzten!“ Diesen Ausdruck gebrauchen wir umgangssprachlich, wenn jemand keinen Ausweg mehr weiß oder keine Lösung für ein Problem findet. Man vermutet, dass Jesu Verheißung an seine Jünger, bei ihnen zu sein bis an das „Ende der Welt” den Ausschlag für die Verwendung gegeben hat, weil viele Menschen das Ende der Welt als eine Bedrohung auffassen. Die erste Tauffrage des 4. Hauptstückes von Luthers Kleinem Katechismus haben die Älteren unter uns vielleicht auch noch so gelernt: „Unser Herr Christus spricht ‚Matthäi am Letzten‘”. Heute heißt es dankenswerterweise: Unser Herr Christus spricht bei Matthäus im letzten Kapitel. In dem Wort Jesu ist keine bedrohliche Situation zu erkennen. Im Gegenteil: Der Evangelist Matthäus berichtet in seinem letzten Kapitel darüber, wie Jesus Christus seinen Herrschaftsanspruch geltend macht, wie er seine Jünger in die Welt schickt und ihnen zwei Zusagen macht: „Mir ist gegeben alle Vollmacht” und „ich bin bei euch alle Tage”. Diese beiden Verheißungen legen sich wie eine schützende Klammer um den eigentlichen Missionsbefehl: „Gehet hin in alle Welt, tauft, lehrt.“ Jesu Jünger dürfen wissen: Was wir tun, tun wir in seinem Auftrag und wir tun es mit seiner Zusage, dass er bei uns ist. In unserer Welt gibt es Menschen, die ihren Anspruch darauf geltend machen, ein politisches Amt zu bekleiden. Sie sind sehr darauf bedacht, ihre eigenen Vorzüge hervorzuheben und - wenn es jemand besonders schamlos treibt - die Schwächen der anderen Kandidaten offen darzulegen. Einen solchermaßen gearteten Herrschaftsanspruch macht Jesus natürlich nicht geltend, indem er darum bäte, die Welt möge auf ihn hören, sondern er stellt fest: „Mir ist alle Vollmacht im Himmel und auf Erden gegeben worden.” Jesus schickt seine Jünger mit diesen beiden Verheißungen los: „Mir ist gegeben alle Vollmacht” und „ich bin bei euch alle Tage.” Deshalb sollen sie hingehen, als Glaubende, als Zweifelnde, als Hoffende und Betende, als wanderndes Gottesvolk, und seine Herrschaft ausrufen, denn nicht unser Glaubensstand ist entscheidend für das Wirken des Evangeliums, sondern Gottes Kraft, sein Wort, das nicht leer zurückkommt, wird tun, wozu Gott es sendet. Ihr Auftrag ist so allumfassend, wie seine Allmacht universal ist. So sollen die Jünger hingehen. Christen sollen nicht herrschen, sondern die Herrschaft ihres Herrn ausrufen, seine Vollmacht über Sünde, Tod und Teufel ankündigen und Menschen einladen, sich ganz auf ihn zu verlassen. Der Sieger über den Tod will sich mit jedem in der heiligen Taufe verbinden, damit jeder Anteil an seinem neuen und ewigen Leben bekommt. Er will, dass seine Jünger bis zu seiner Wiederkehr am jüngsten Tage unterwegs sind und Menschen einladen, umzukehren. So steht es bei „Matthäi am Letzten“. Jesus verspricht seinen Jüngern, alle Tage bei ihnen zu sein. Bis in die entlegensten Winkel der Erde. Und bis an ihr zeitliches Ende. Dieses Versprechen gilt auch heute noch. Wir dürfen uns darauf verlassen, dass er mit seinem Heiligen Geist unter uns gegenwärtig ist und wirkt, denn ohne ihn können seine Jünger nichts tun. Das ist sein Versprechen auch zu Ostern. Bei „Matthäi am Letzten.“ Ihr Edmund Hohls
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